Výsledky lichenologického výzkumu Jeseníků za rok 1955 s přehledem a zhodnocením dosavadní lichenologické literatury.

Author:
Vězda A.
Year:
1955
Journal:
Přír. Sb. Ostravského kraje
Pages:
30: 466-479
Url:
thumb
Die Lichenologie des Gesenkes und der angrenzenden Gebiete hat eine langjährige Tradition. Die bis zum Beginn der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts zurückreichende, reichhaltige Literatur zeugt von einer sehr intensiven Forschung (s. Literatur S. 476). Bis auf einige Arbeiten, welche den lichenologischen Charakter der Hauptlokalitäten beschreiben (KOVÁŘ 1908, 1910, HRUBY 1914), oder eine Analyse und Charakteristik der Flechtenflora auf phytogeographischer Grundlage (SUZA 1919, 1928) bringen, sind die meisten Arbeiten floristischen, resp. floristischsystematischen Charakters und behandeln überwiegend den Hauptkamm des Hohen Gesenkes und des Glatzer Schneeberges. Die Schieferfelsen der Gipfel, wie z. B. Köpernick, Fuhrmannsteine, Brünnelheide, Tafelstein, Petersteine, Großer Kessel u. a., sind bereits gründlich durchforscht. Dagegen gibt es sehr wenige Angaben über das übrige Gebiet. Diese stammen vielfach nur aus unsystematischen Sammlungen, mit Ausnahme der letzten Arbeiten von J. MÜLLER (1949, 1951, 1952), welche Forschungsergebnisse einiger Lokalitäten außer dem Hauptkämm bieten. Einzelne v o n ihm publizierte Funde, wie z. B. Parmelia Mougeotii am Fichtenstein, bei Lindewiese, zeigen, daß der heute bekannte lichenologische Charakter der südöstlichen Sudeten nach einer Detailforschung des ganzen Geländes in völlig anderem Lichte erscheinen wird. Die Forschungen des Autors im J. 1955 b e stätigen vollauf diese Voraussetzung. ' Im, Jahre 1955 ist das Gebiet nördlich und nordöstlich vom Hauptkamm des Köpernicker Teiles durchforscht worden. Bedeutendere neue Fundorte sind sub II in diesem Beitrage beschrieben. Vereinzelte kleine Inseln von Kalkspat, welcher durch einige beschattete Felsen zur Oberfläche empordringt, sind von erstklassiger Bedeutung. Sie bilden bloß am Spitzstein bei Supikovice (Saubsdorf) einen größeren Felskomplex. Eine gemeine Art ist hier Caloplaca flavovirescens, wogegen andere Arten selten vorkommen. Es sind dies Caloplaca vitellinula, Rhizocarpon calcareum, Arthopyrenia conoidea, Collema furvum, Protoblastenia rupestris, P. incrustans, ferner die von J. MÜLLER bereits angeführte Lecania erysibe, Rinodina calcarea, an schattigen Stellen Gyalecta cupularis usw. Die Erlanfelsen am östlichen Hange des Hochschar (1065 m), der Blasebalg, sind durch das Vorkommen von kalkliebenden Arten bemerkenswert. Neben einer Reihe von kalkliebenden Bryophyten wachsen hier kalkliebende Flechten; manche hievon bedeuten ein Novum für die ganzen Ostsudeten (s. S. 469). Von den übrigen Lokalitäten smd die Schieferfelsen der Gipfel am östlichen Seitenkamm des Köpernick bei cca 1320 m bemerkenswert, wo an den unterwölbten Felsen Acarospora chlorophana und A. smaragdula var. Lesdainii (die zweite Lokalität im Gesenke) aufgefunden wurden. Zu diesem Beitrage ist eine Liste der bedeutendsten, im J. 1955 aufgefundenen Arten und ihrer Fundorte beigefügt. Die phytogeographische Bewertung der neuen Funde wird später, nach d e r detaillierten Bearbeitung des ganzen Geländes, vorgenommen werden.
Id:
304
Submitter:
jph
Post_time:
Tuesday, 30 November -0001 00:57